05.05.2011, 19:30 Uhr
Jean -Claude Tichet verkündete heute um 14:30 Uhr, dass es vorerst keine Erhöhung des Leitzinses geben wird. Auch von einer Erhöhung im Juni ist nicht auszugehen. Was das für Ihre Anlageentscheidung bedeutet lesen Sie hier.
Der Leitzins verbleibt vorerst auf dem aktuellen Stand von 1,25 Prozentpunkten, nachdem er erst im April 2011 von 1,00 Prozent auf 1,25 Prozent angestiegen ist. Diese einstimmig gefallene Entscheidung teilte Jean-Claude Trichet heute am frühen Nachmittag nach der Notebankkonferenz in Helsinki mit. Weiterhin ließ er herausklingen, dass auch im nächsten Monat nicht mit einer Erhöhung des Zinssatzes zu rechnen sei.
Die Beobachter der Pressekonferenz waren sich nach Verkündung der Entscheidung einig, dass erst frühesten im Juli mit einer weiteren Erhöhung des Leitzinses auf 1,50 Prozent zu rechnen sei. Norbert Braems von der Deutschen Bank-Tochter Sal sagte gegenüber der Financial Times Deutschland es sei davon auszugehen, dass die Erhöhungszyklen langsamer von statten gehen werden als man es aus der Vergangenheit her gewohnt sei. Er ist davon überzeugt, dass man frühestens im Juli mit der nächsten Erhöhung rechnen kann, sowie mit einer weiteren am Ende diesen Jahres. Auch andere Experten stimmen dieser Einschätzung zu.
Mittelfristige Entwicklung
Vorerst bewegt sich die Zinskurve also seitwärts, jedoch mit Tendenz nach oben. Treten die Expertenprognosen ein, steigt der Leitzins bis Dezember 2011 auf 1,75 Prozentpunkte an und wird auch im Jahr 2012 weiterhin zulegen. Schon heute sind Werte um 2,00 Prozent für Anfang 2012 denkbar.
Anlageentscheidung anpassen
Der Leitzins gilt als ein Richtwert für Zinsgewährung sowohl bei Tagesgeld- als auch Festgeldprodukten. Wenn also der Refinanzierungsatz der Banken über die Europäische Zentralbank steigt, erhöhen diese in der Regel auch die Guthabenszinsen bei ihren Finanzprodukten. Anlegern, die gerade vor der Entscheidung stehen Geld fest oder schnell verfügbar anzulegen wäre daher zu raten das Geld nicht zu lange festzusetzen. Ein Jahr sollte hier die Höchstgrenze sein um in diesem durch die Finanzkrise verursachten Aufwärts-Strudel genügend Handlungsfreiheit zu haben um flexibel zu reagieren.
Eine gute Entscheidung wären hier die Festgeld-Produkte der IKB direkt und der Bank of Scotland, welche bei einer Anlagezeit von 12 Monaten einen aktuellen Zins von 2,80% gewähren. Die Top-Produkte der Tagesgeld-Anbieter liefern aktuell 2,30% und werden nach der aktuellen EZB-Sitzung vermutlich auch für über ein halbes Jahr unter dem Wert des Ein-Jahres-Festgeldes bleiben. Dies bedeutet, dass mit kurzfristigem Festgeld vorerst leicht höhere Renditen im nächsten Jahr erwirtschaftet werden.

