Sicherheit beim Tagesgeld im Ausland

Das Tagesgeld gilt als sehr sicheres Finanzprodukt. Pauschal darf diese Aussage jedoch so nicht getroffen werden, da man deutlich zwischen einer Anlage im Ausland und im Inland unterscheiden muss und zudem noch differenzieren muss, in welchem Land die Bank ansässig ist, bei der man das Tagesgeldkonto nutzt.

Bei einer deutschen Bank auf einem Tagesgeldkonto angelegte Gelder können nahezu uneingeschränkt als sicher bezeichnet werde, da hierzulande gleich drei Sicherungssysteme vorhanden sind. Denn neben der gesetzlichen Einlagensicherung ist der größte Teil der Banken zusätzlich noch in einem privaten Einlagensicherungsfonds Mitglied, der Beträge bis zu vielen Millionen Euro schützt. Ferner gibt es als dritte Säule noch die uneingeschränkte Staatsgarantie des Bundes aus dem Jahre 2008. Bei der Tagesgeldanlage im Ausland stellt sich die Situation allerdings teilweise deutlich anders dar, was die Sicherheit von Tagesgeldanlagen betrifft. Für den Bereich der Eurozone gilt hier zwar ebenfalls die gesetzliche Einlagensicherung, doch diese schützt Einlagen nur bis zu 50.000 Euro. Darüber hinaus haben nur wenige Banken im Ausland solche privaten Einlagensicherungsfonds wie in Deutschland. Das Emittentenrisiko ist demnach bei Anlagesummen über 50.000 Euro höher als in Deutschland.

Nutzt man gar eine ausländische Bank außerhalb der Eurozone, dann kann es mitunter sein, dass überhaupt keine Einlagensicherung besteht. Staaten wie die USA oder Großbritannien haben zwar ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben Mindestabsicherungen auch beim Tagesgeld. Aber wer sein Kapital beispielsweise wegen der recht hohen Zinsen auf einem Tagesgeldkonto in Brasilien oder in Russland bei einer dort ansässigen Bank nutzen möchte, was heute über den Onlineweg kaum ein Problem ist, muss ein erheblich höheres Emittentenrisiko als hierzulande oder im Euro-Raum in Kauf nehmen. Das es sich hier nicht nur um rein theoretische Risiken handelt, hat vor kurzer Zeit die Insolvenz einer isländischen Bank gezeigt, durch die viele Anleger ihre Einlagen auf dem Tagesgeldkonto einer dort ansässigen Bank beinahe komplett verloren hätten. Neben dem höheren Emittentenrisiko ist die Sicherheit beim Tagesgeld im Ausland unter Umständen zudem durch das Währungsrisiko gefährdet, nämlich immer dann, wenn die Anlage nicht in Euro erfolgt. Nutzt der Anleger zum Beispiel ein Tagesgeldkonto in der Schweiz und muss zu diesem Zwecke Euro in Franken tauschen, so kann bei Verfügungen und dem Rücktausch von Schweizer Franken in Euro ein Währungsverlust entstehen, falls der Kurs des Franken gegenüber dem Euro gefallen sein sollte. Bei weniger stabilen Währungen ist dieses Risiko natürlich noch erheblich höher als beim Schweizer Franken.